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Überführung der MeVis Research GmbH in ein Institut der Fraunhofer Gesellschaft

Die Gesundheitswirtschaft als eine der Wachstumsbranchen des 21. Jahrhunderts zählt zu den Innovationsfeldern der bremischen Wissenschafts- und Wirtschaftspolitik. Einen Kernbereich für Innovationen im Gesundheitssystem stellt dabei die Medizintechnik als eine der Zukunftsbranchen dar, in denen Deutschland noch eine international führende Wettbewerbsposition einnimmt. Insbesondere die Computerunterstützung in der bildbasierten medizinischen Diagnostik und Therapie erlebt derzeit weltweit einen enormen Aufschwung.

Die gemeinnützige Bremer MeVis Research GmbH, 1995 als außeruniversitäres Forschungsinstitut gegründet, zählt heute zu den führenden Schrittmachern auf diesem Gebiet. Die von den MeVis Research-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern entwickelten Softwareanwendungen kommen in Kliniken und Forschungseinrichtungen in Europa, Asien und den USA zum Einsatz. Sie erleichtern, beschleunigen und verbessern unter anderem die Behandlung von Tumor-, Gefäß-, Lungen- sowie neurologischen Erkrankungen.

Diese konsequente Orientierung der Forschung und Entwicklung auf den breiten klinischen Nutzen wird verbunden mit der Realisierung der gesamten Innovationskette von der Grundlagenforschung über die Prototypentwicklung bis zum Produkt und dessen Vermarktung. Möglich wird dies über die enge Kooperation mit den eigenständigen kommerziellen Ausgründungen vonMeVis Research, die zwischenzeitlich zusammengefasst worden sind in der börsennotierten MeVis Medical SolutionsAG mit einer Tochterfirma in den USA sowie der Tochter MeVis BreastCare GmbH & Co. KG als Joint Venture mit Siemens.

Am Beispiel des integrierten Diagnose- und Biopsiesystems für dynamische magnettomographische Aufnahmen der Brust DynaCAD (weltweit über 1000 Installationen) wird deutlich, wie die MeVis-Innovationskette funktioniert:

Schaubild des integrierten Diagnose- und Biopsiesystems
Bildquelle Fraunhofer MEVIS

Allein in Bremen beschäftigt die MeVis-Gruppe (Forschungsinstitut und Ausgründungen) derzeit über 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und belegt damit die positiven regionalökonomischen Wirkungen bremischer Innovationspolitik, die auf die enge Verbindung von wissenschaftlicher Spitzenleistung und wirtschaftlichem Erfolg setzt. Mit drei Softwareprodukten ist die MeVis-Gruppe mit jeweils einem Marktanteil von 50% und mehrweltweit in diesen Segmenten führend: der digitalen Befundung von Mammographie, Software-Assistenten für die Nutzung der Gefäßneubildung (Neo-Angiogenese) für Früherkennung, Diagnose und Biopsie bei Brustkrebs sowie der Internet-basierten Dienstleistung für Risikoanalyse und Operationsplanung für die Tumorchirurgie der Leber, des Pankreas, der Nieren, des Gehirns und der Lunge.

System zur Befundung digitaler Mammogramme am Computermonitor zur Früherkennung von Brustkrebs mit weltweit mehr als 4000 Installationen.

Um diesen Expansionskurs auf dem Weltmarkt im Produktbereich diagnostisch-therapeutischer Software weiterführen zu können, braucht MeVis Research neue Forschungs- und Entwicklungsperspektiven, die üblicherweise nur Institute der Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) bieten.

Im Juni hat der FhG-Ausschuss der Gemeinsamen Wissenschaftsminister Konferenz (GWK) die Eingliederung von MeVis Research in die Fraunhofer-Gesellschaft zum Jahreswechsel 2008/2009 beschlossen. Diese Entscheidung stellt eine besondere Auszeichnung der herausragenden wissenschaftlichen Arbeit von MeVis Research dar und ermöglicht für Bremen die Erschließung einer innovativen Technologie mit Alleinstellungscharakter. Zum 01. Januar 2009 beginnt die im Rahmen des EFRE-Programms mit 11 Millionen Euro geförderte fünfjährige Übergangsphase (2009 bis 2013), in der insbesondere ein Ausbau des Personals erfolgen soll. Damit verbunden sind inhaltliche und methodische Profilerweiterungen, die zudem durch die erfolgreiche Einwerbung jeweils einer Stiftungsprofessur für die Universität Bremen und für die Jacobs University unterstützt werden. Nach derÜbergangsphase ist dann ab 2014 die Aufnahme in die überregionale Forschungsförderung (90% Bund-/10% Länder-Finanzierung) vorgesehen.

Die regionalwirksame Rentabilität ergibt sich zum einen aus den prognostizierten etwa 650 zusätzlichen hochqualifizierten Arbeitsplätzen in den nächsten 10 Jahren (von derzeit etwa 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über ca. 430 in 2013 auf etwa 820 in 2018) in der gesamten MeVis-Gruppe. Zum anderen rechnet die kommerzielle MeVis-Gruppe mit einer Versechsfachung des Umsatzvolumens im gleichen Zeitraum. Die internationale Ausrichtung konzentriert sich dabei auf Europa, die USA und den expandierenden asiatischen Medizintechnikmarkt.

Für MeVis Research eröffnen sich also mit der Integration in die Fraunhofer-Gesellschaft beste Aussichten, ein weltweit führendes Forschungs- und Entwicklungszentrum im Bereich bildbasierter diagnostisch-therapeutischer Software zu werden. Für das Land Bremen ist sie ein wichtiger Baustein bei der Weiterentwicklung der regionalen Gesundheitswirtschaft und trägt dazu bei, deren Zukunftsfähigkeit voranzutreiben.

Projektdaten

Wirkungs[-]gebiet:Umsetzungsort:Volumen insgesamt (EFRE-Programm):davon öffentliche Mittel:davon EFRE-Mittel:
Land Bremen Stadt Bremen 11.000.000€11.000.000€5.500.000€[