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Die Sanierung der "Schulschiff Deutschland"

In Bremen-Vegesack an der Lesummündung liegt seit 1996 die „Schulschiff Deutschland“, das letzte in Bremerhaven gebaute und einzig verbliebene Vollschiff unter deutscher Flagge, was nicht als Reparationsleistung abgegeben werden musste.

Nach langer Zeit als „Seemannschule Bremen“ im Hohentorshafen, wurde das Schiff 1994 unter Denkmalschutz gestellt und somit das erste „Schwimmende Bremer Kulturdenkmal“. Mit der Verlegung nach Bremen-Vegesack erfuhr das Schiff beim „Bremer Vulkan“ eine Grundinstandsetzung und unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes die Wiederherstellung des äußeren Erscheinungsbildes von 1927 („Weißer Schwan der Unterweser“). Dies war für den „Bremer Vulkan“ die letzte Auftragsarbeit, danach wurde die Werft geschlossen.

Schon 10 Jahre nach dem letzten Werftaufenthalt hatte die Witterung dem Holz an Deck und insbesondere den aus Holz neu gefertigten Oberrahen (Oberbram und Royal) stark zugesetzt, wie Routineuntersuchungen 2006/7 ergaben. Erhebliche Risse und brüchige Verleimungen hätten zwangsläufig eine Sperrung des Schiffes aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit zur Folge gehabt. Da dem Traditionsschiff die Schließung drohte, wurden insgesamt 250.000,--€ aus dem Ziel-2-Programm für Instandhaltungsarbeiten zur Verfügung gestellt. Die Rahen wurden durch stählerne, feuerverzinkte Nachbauten ersetzt, Schweißarbeiten am Kreuzmast, der im oberen Bereich Risse durch Rostfraß aufwies, sowie Maler- und Rostschutzarbeiten an allen drei Masten und Rahen waren erforderlich. Zudem wurden die bordeigene Lüftungsanlage sowie die Kläranlage wurden erneuert.

Zur Geschichte des Deutschen Schulschiff-Vereins e.V.

Das Wappen des Deutschen Schulschiff-Vereins

Zur Wende des vergangenen Jahrhunderts fehlten in der deutschen Handelsschifffahrt Ausbildungsplätze für etwa 2.000 Matrosen jährlich. Gebraucht wurden Segelschiffe, auf denen der Nachwuchs „die richtige“ praktische Seemannschaft erlernen konnte. Die Lösung sollte der Deutsche Schulschiff-Verein bringen, zu dem sich Vertreter von Reedereien, seefahrtsbegeisterte Adlige und hanseatische Kaufleute am 12. Januar 1900 unter Vorsitz von Erbgroßherzog Friedrich August von Oldenburg zusammenschlossen.

Aufgabe des Vereins sollte es sein, für die Förderung von „tüchtigem seemännischem Nachwuchs“ zu sorgen. Im Vereinsregister beim Amtgericht Oldenburg eingetragen, war die Geschäftsstelle des Vereins seit Gründung in Bremen und der Liegeplatz der Segelschulschiffe aufgrund ihres Tiefgangs nicht in Oldenburg sondern in Elsfleth.

1901 lief bei der Werft Joh.C. Tecklenborg in Bremerhaven-Geestemünde das erste Vollschiff des Vereins die „Großherzogin Elisabeth“, heute „Duchesse Ann“ vom Stapel. Noch vor Kriegsausbruch 1914 wurde die Flotte um zwei weitere Großsegler erweitert, die als Reparationsleistungen an die Siegermächte fielen. Übrig geblieben ist allein das Vollschiff „Schulschiff Deutschland“. 1927 in Bremerhaven erbaut, absolvierte der Segler 12 Überseereisen und 16 Reisen in Nord- und Ostsee. Mit Kriegsende 1945 begann eine Odyssee des Seglers über Lübeck und Cuxhaven nach Bremen als Lazarettschiff, Wohnschiff und ab 1948 als Jugendherberge in Bremen. 1950 erfolgte die Rückgabe an den DSV, ab April 1952 Wiederaufnahme der seemännischen Ausbildung an Bord, allerdings stationär. Nach langer Zeit als „Seemannschule Bremen“ im Hohentorshafen, wurde das Schiff unter Denk-malschutz grundrenoviert 1996 nach Vegesack verlegt.

Inzwischen steht nicht mehr die Seemannschaft im Zentrum der Aktivitäten an Bord, sondern unterschiedlichste Veranstaltungen wie Hochzeiten, Schulungen, private Feiern sowie Übernachtungen in den 30 Kabinen ziehen Interessierte aus ganz Europa und Übersee an. Eigner des Schiffes ist nach wie vor der Deutsche Schulschiff-Verein e.V. Vorsitzender ist seit 1996 der Bremer Senator a.D. Claus Jäger.

Projektdaten
Förderprogramm Förderzeitraum Fördermittel
Ziel 2
Stärkung des Dienstleistungssektors, Förderung des Fremdenverkehrs
2000 – 2006 gesamt: 250.000.€
davon EFRE: 125.000 €

Ansprechpartnerin

Frau Manuela Netthöfel

Der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen
Referat 11

Zweite Schlachtpforte 3,
28195 Bremen