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Recycling von Rotorblättern aus Windenergieanlagen - Hochschule, Universität und Beratungsfirma entwickeln neuartiges Verwertungsnetzwerk

Windrad mit ausgedienten Rotorblätter im Vordergrund, jpg, 130.0 KB
© Recyclewind

Die ersten der ca. 29.000 Windkraftanlagen in Deutschland erreichen mittlerweile das Ende ihres Produkt-Lebenszyklus. In den kommenden Jahren wird mit einer starken Zunahme der stillzulegenden Anlagen gerechnet. Doch was geschieht mit den alten Anlagen? Die Windbranche müsste den Anspruch haben, die „grünen“ Energieerzeugungsanlagen möglichst materialeffizient zurückzubauen und im Sinne der Kreislaufwirtschaft hochwertig zu recyceln.
Derzeit wird dieser Anspruch nicht erfüllt, und auch zukünftig ist nicht davon auszugehen, dass der Verwertungsmarkt allein eine ressourcensichernde Entsorgung von Altanlagen erreichen könnte.

Verwertungsnetzwerk "RecycleWind - selbstlernend und resilient

In dem Forschungsprojekt „Verwertungsnetzwerk "RecycleWind - selbstlernend und resilient“ wird ein selbstlernendes Verwertungsnetzwerk mit den wesentlichen Akteuren aller Stufen des Lebensweges von Windenergieanlagen entwickelt.
Ziel ist, dass die Akteure (beteiligte Firmen oder Behörden) gemeinsam konkrete aber anpassungsfähige Recyclingvereinbarungen zur ressourcenschonenden Lenkung von Stoffströmen festlegen.
Als Voraussetzungen für die Vereinbarungen werden in RecycleWind drei methodische Elemente erarbeitet:

  1. das Stoffstrommodell,
  2. das Akteursnetzwerk und
  3. die agentenbasierte Modellierung.

Ein anpassungsfähiges Konzept der Selbststeuerung

Mit der agentenbasierten Modellierung können wissenschaftlich abgesicherte Methoden der Selbststeuerung im Stoffstromsystem erforscht und die Auswirkungen möglicher Handlungen der Akteure simuliert werden.
Da sich wesentliche Rahmenbedingungen bei einer etwa 20-jährigen Laufzeit von Windenergieanlagen ändern, kann das Verwertungsnetzwerk nicht mit einem starren Leitrahmen arbeiten. Im Gegensatz zu bestehenden Steuerungselementen in anderen Branchen mit festen Verwertungsquoten wird auf ein anpassungsfähiges Konzept der Selbststeuerung gesetzt.

Das Konzept muss auf die Änderungen der Anforderungen robust, anpassungsfähig, innovationsfähig und improvisationsfähig, also selbstlernend und resilient, reagieren können. Gleichzeitig müssen die Vorgaben hinsichtlich Effizienzparameter (Material, Energie, Klimaschutz, Kosten, etc.) erfüllt werden. Je nach Marktsituation und Akteurskonstellation werden die Recyclingstrategien und die tatsächlich begangenen Recyclingwege fließend von den Akteuren angepasst, ohne die gesetzten Effizienzziele zu verpassen.

Pressemitteilung der Hochschule Bremen
Website Recyclewind