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JEF Bremen auf europäischer Erkundungstour in der Seestadt Bremerhaven

Auf nach Bremerhaven hieß es für die Jungen Europäischen Föderalisten Bremen am 23. Mai 2019. Im Rahmen der Europawoche 2019 stand eine gemeinsam mit der EFRE-Verwaltungsbehörde im Land Bremen initiierte europäische Stadtteiltour im Bremerhavener Goethequartier auf dem Programm. Quartiersmeisterin Brigitte Hawelka stellte verschiedene Projekte, die im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in der Seestadt gefördert werden vor und gewährte so einen außergewöhnlichen Blick hinter die Förderhinweise am Wegesrand.

Die Teilnehmer*innen der JEF haben ihre Eindrücke in folgendem Bericht zusammengefasst:

Startpunkt Marper`s Inn

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Die Tour startete nachmittags im Marper's Inn, einem authentischen Bistro im Herzen des Goethequartiers in Bremerhaven-Lehe. Hier liegt die Arbeitslosigkeit bei rund 29 Prozent und die Kinderarmut bei 48 Prozent. Das Quartier gilt als eines der ärmsten Deutschlands, einige der schönen Gründerzeithäuser stehen leer und verfallen. Genau hier setzt die Arbeit der "Quartiersmeisterei Lehe" an, die nicht nur die Stadtteilentwicklung fördern und sondern auch eine Anlaufstelle für Bürger*innen des strukturschwachen Viertels sein soll. Beim Spaziergang mit Brigitte Hawelka durch ihr Viertel wurde deutlich, dass ihr dies gelingt - an jeder Ecke wird sie herzlich gegrüßt und hat im Gegenzug für jede*n ein nettes Wort. Die Quartiersmeisterin bringt Anwohner*innen, Vereine, Politik und Wirtschaft zusammen zum Austausch und Ideen schmieden für die Weiterentwicklung des Goethequartiers. Die „Quartiersmeisterei Lehe“ wird als EFRE-gefördertes Projekt durch das Arbeitsförderungs-Zentrum im Lande Bremen GmbH (afz) umgesetzt und hat zum Ziel, den Menschen in Lehe neue berufliche und wirtschaftliche aber auch persönliche und soziale Perspektiven zu geben.

Studentenwohnheim und Manege 13

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Etwas weiter zeigte uns Brigitte Hawelka ein neues Studentenwohnheim, das sich aktuell im Bau befindet. Dabei berichtete sie begeistert davon, wie engagiert sich junge Studierende aus der Gegend bereits jetzt an der Gestaltung des Stadtteils beteiligen. Sie arbeitet eng mit der Hochschule zusammen und die Studierenden haben über ein Zusatzangebot im Curriculum die Möglichkeit, neben der reichen Erfahrung auch mit zusätzlichen Credit Points für ihr Engagement im Stadtteil belohnt zu werden.

Danach ging es in die „Manege 13“ einem kreativen und inklusiven Begegnungsraum, in dem zwei Mal die Woche ein offener und kreativer, kostenloser Kindertreff angeboten wird. In drei Erlebnisräumen Schwarzlichttheater, Manege und Schmink-Verkleidungsraum können die Teilnehmenden in neue Rollen schlüpfen und spielerisch ihr Potential entdecken. Bei einem Zwischenstopp in der Quartiersmeisterei, dem Arbeitsplatz von Quartiersmeisterin Brigitte Hawelka bekamen wir die druckfrische Ausgabe der „Leher Seiten“. Die Artikel der Leher Bürgerzeitung werden von den Bewohner*innen des Viertels selbst verfasst.

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Altbremerhavener Häuser und Graffiti

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Die Tour führte weiter vorbei an hübschen Altbremerhavener Häusern. Einige der um die Jahrhundertwende entstandenen Gebäude sind im Laufe der Zeit wortwörtlich in Schieflage geraten. Gründe dafür sind eine zu kurze Bauzeit, unzulängliche Pfahlgründungen sowie ein nachgiebiger Untergrund. Die Häuser sind trotz ihrer Schieflage bewohnbar, Bewohner*innen und Inventar haben sich an die besondere Wohnsituation angepasst.
Am Gemeinschaftsgarten um die Ecke bestaunten wir ein neues Graffiti, das gemeinsam von deutschen und dänischen Künstlern gestaltet und im Zuge des Seestadtfests am darauffolgenden Wochenende feierlich enthüllt wurde.

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Angekommen in der Wunderwerft erzählte Brigitte Hawelka ausführlich über ihre Arbeit als Quartiersmeisterin, wie sie die Fördermittel von EFRE einsetzt und welche Projekte als nächstes anstehen. Die Wunderwerft selbst ist ein angemieteter Leerstand in der Hafenstraße 184a, einer ehemaligen Apotheke, der den 14 Kooperationspartnern, die sich für die Entwicklung der Hafenstraße einsetzen wollen, und allen Interessierten als Raum für Begegnung, Vernetzung und Veranstaltungen aller Art.

Co-Working Space „Goethe Camp“

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Ihren Abschluss fand die europäische Stadtteiltour durch das Goethequartier im Co-Working Space „Goethe Camp“. Bei leckerem veganen Fingerfood und Limo ließen wir den Rundgang Revue passieren, stellten offen gebliebene Fragen und diskutierten über Notwendigkeit und Wirkung europäi-scher Förderprogramme.
An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Quartiersmeisterin Brigitte Hawelka für die spannende Tour, an Vera Rehenbrock von der EFRE-Verwaltungsbehörde im Land Bremen für die gute Zusammenarbeit und die hervorragende Verpflegung. Und natürlich an alle, die mit uns das Goethequartier erkundet haben.