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Umweltfreundliche Entsorgungssysteme

Das Innere eines Müllentsorgungsbereichs auf Kreuzfahrtschiffen
shutterstock / Mohd Syis Zulkipli

Im Betrieb eines Kreuzfahrtschiffes entstehen im Durchschnitt ca. 17 t Müll täglich. Um diese Mengen bewältigen zu können, sind moderne Kreuzfahrtschiffe mit einem kompletten Entsorgungssystem ausgestattet. Bis hin zur eigenen Müllverbrennungs- und Kläranlage ist alles an Bord. Für die Strom- und Dampferzeugung bei der Mülltrocknung- und Beseitigung wird Dieselöl benötigt.

Die Environmental Systems GmbH führt im Rahmen des PFAU-Projekts GreenShip eine Machbarkeitsstudie für ein umweltfreundlicheres Verfahren in der Müllbeseitigung- und Trocknung durch. Ein Schwerpunkt der in Bremerhaven ansässigen und 1999 gegründete Environmental Systems GmbH sind eigene komplette Müllbehandlungssysteme auf Kreuzfahrtschiffen. Von Recyclingequipment, über Müllverbrennungsanlagen und thermische Trockner für Lebensmittelabfälle werden komplette Entsorgungskonzepte angeboten.

Ziel dieses Vorhabens ist es, für den maritimen Markt neue, zukunftsweisende umweltfreundliche Technologien und geeignete Systeme zur umweltschonenden Behandlung der an Bord anfallenden vielfältigen Stoffströme zu ermitteln.

Reduzierung von Gesamtemissionen

Im Rahmen der Machbarkeitsstudie soll der Einsatz der Hydrothermalen Karbonisierung (HTC) geprüft werden. Die Hydrothermale Carbonisierung (HTC) ist ein Verfahren, bei dem Biomasse in wässriger Suspension bei Temperaturen zwischen 180-250°C und erhöhtem Druck, das heißt im geschlossenen System, in Biokohle (HTC-Kohle) überführt wird. Die entstehende HTC-Kohle hat Braunkohle-ähnliche Eigenschaften und kann somit als Energieträger eingesetzt werden.

Durch den Einsatz der HTC-Technik kann die Dampferzeugung entfallen und es ist eine hohe Reduzierung der Gesamtemission von CO2 denkbar. Die Machbarkeitsstudie liefert wichtige Erkenntnisse und Grundlagen für neuartiges und zukunftsweisendes Waste Management Concept für die Kreuzfahrtindustrie durch Reduzierung der Kraftstoffbedarfe. Die bisherigen Müllverbrennungsanlagen könnten wegfallen, die Biokohle aus dem HTC-Verfahren kann wieder im Wirtschaftskreislauf eingesetzt werden.

Das Projekt wird mit Mitteln aus dem Programm zur Förderung anwendungsnaher Umwelttechniken (PFAU) der bremischen Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau und mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.